Wie konnten wir das Überleben?


Mustertext

Wir lernen schon sehr früh...

Schon sehr früh haben wir Kinder gelernt dass wir mit der Natur leben müssen und uns danach richten.
Nach den Jahreszeiten ,nach dem Wetter,nach Überlieferungen.

Einige Sachen werde ich aufschreiben,aber alles weis ich nicht mehr.

1,Im Frühling ,ja da gab es den Ersten frischen Salat.Aber keinen gekauften,denn Geschäfte hatten wir keine.
Wir haben den Ersten Löwenzahn gesucht.
Wir nannten diese Blume "Schweinsblume"
Die Blätter hat Mama gewaschen und mit Kartoffel zu Salat verarbeitet.
genauso wurde die Kresse die am Bach gewachsen ist zu Salat genommen.
Ich kann nur sagen..es gibt nichts Köstlicheres.


Das Brot hat meine Mutter immer selber so alle 3 bis 4 Wochen selber gebacken.
Am Schluss ist es so hart gewesen dass man es nur noch lutschen konnte.
Aber es hat spitze geschmeckt.


2. Der Sommer.
Der Sommer auf 1650 m ist nicht besonders lang.
Da wurde natürlich sehr viel Vorrat für den Winter gehamstert.
Angefangen haben wir mit den Walderdbeeren.
Diese kleinen Scheißerchen haben wir Eimerweise gepflückt.
es gab sie als Belag für den Kuchen ,Marmelade wurde eingekocht oder wir haben sie einfach mit Zucker auf dem Brot gegessen.
Das war eine besondere Leckerei.

Wir sind tagelang verschiedene Beeren pflücken gegangen
Moosbeeren(Heidelbeeren),Himbeeren...da hatte man dann alles zerstochen und massenhaft Preiselbeeren.

Preiselbeeren wurden zu Fleisch gegessen oder als Fiebersenkenden Saft getrunken.Da Zucker ja nicht gerade hinter dem Haus wuchs waren alle Beeren nicht besonders süß.


Dann gibt es noch die Pilzsaison.
Morgens mußten wir losgehen und Pilze sammeln
Besonders beliebt waren Pfifferlinge.
Ich erinnere mich an einen Tag an dem ich mühsam einen 3 Liter Eimer voll gekriegt habe und beim Nachhauselaufen bin ich hingefallen und alle Pilze waren weg.
Ich habe geheult und wollte nicht mehr nach Hause.



Die Sache mit den Küken!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Wir hatten zuhause auf dem Bauernhof viele Hühner und auch einen Hahn.
Die Eier waren lebensnotwendig und auch die Federn konnte Mama gut für die Bettenfüllung gebrauchen.
Das Fleisch der Henne wurde selbstverständlich auch verspeist.


So kam es natürlich auch vor, dass wir von Zeit zu Zeit Küken hatten.
Ich liebte diese kleinen süßen Viecher, so wie ich alle Tiere sehr liebte.

Ich nahm die Kleinen auf den Arm und ich spielte mit ihnen, sofern mich die Mutterhenne ließ, denn sie konnte sehr giftig werden.

Eines Tages.... Mama hatte an diesem Tag Brot gebacken.
Ich betrachtete als 4jährige meine Küken und die Mutterhenne.

Die Henne war ein schönes braunes Tier, aber die Küken waren ganz gelb.
Allen Ernstes dachte ich dass die kleinen ernstlich krank sind.

Was jetzt kommt ist nichts für schwache Nerven aber ich steckte die Kleinen allesamt in den noch heißen Backofen damit sie gesund und braun wurden wie ihre Mutter.

Das Drama kann man sich vorstellen.
Alle Küken sind grausam gestorben.
Mir stellen sich heute noch alle Nackenhaare auf,wenn ich daran denke wie blöd ich war.
Da bekam ich meine erste Ohrfeige von Mama.
Ich glaube ich habe sie verdient und es tut mir heute noch leid.



 

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